Verfasst am: 29.04.2006 19:59 Titel: Was ist ein Deutscher?
Was ist ein Deutscher?
Die Frage nach der Mentalität eines Deutschen ist insofern nur schwer - beziehungsweise gar nicht - zu beantworten, als dass es keinen "Vorzeige Deutschen" gibt, den man zur Beantwortung der Frage was ein Deutscher ist und was ihn ausmacht heranziehen kann.
Deshalb lässt sich eigentlich nur im Groben sagen, was eventuell einen Großteil der Deutschen auszeichnet.
Aus diesem Grunde können auch keine Charaktereigenschaften, die typisch Deutsch sind, genannt werden, da es solche nicht gibt, wenn man von Vorurteilen absieht wie Bier trinken und Weißwurst essen.
Eher lassen sich typisch Deutsche Dinge neben der Weißwurst und der Lederhose nennen, wie zum Beispiel Über-bürokrasierte Behörden und ein sehr ausgeprägtes Sozialsystem.
Die einzige Eigenschaft, die ohne weiteres fast allen Deutschen - vor allem den älteren - zugesprochen werden kann, ist ein fast völlig fehlendes Gefühl von Nationalstolz.
Kaum ein Deutscher fühlt sich mit seiner Nation verbunden geschweige denn als ein Teil von ihr. Dinge, die in anderen Ländern mehr als nur normal - ja sogar Tradition sind, wie zum Beispiel in den Vereinigten Staaten das Singen der Nationalhymne in Schulen oder ähnliches, würden in Deutschland auf Verwunderung und eventuell sogar Ablehnung stoßen.
Die Ursache für das Fehlen einer solchen nationalen Identifikation liegt sehr offensichtlich in der Vergangenheit Deutschlands.
Adolf Hitler und das 3.Reich haben Deutschland im Ausland in ein Rampenlicht gerückt, das weder den Deutschen noch anderen betroffenen Staaten gefällt.
Aber gerade auf Grund dieses Geschichte denken viele Deutsch sie dürfen sich nicht mit ihrem Land identifizieren, da sie Angst davor haben, bei dem Satz "Ich bin stolz ein Deutscher zu sein" sofort als Rechtsradikaler abgestempelt zu werden. Hier geht das Problem in die Tiefe, indem es immer noch Menschen gibt, die sich mit eben dieser Vergangenheit Deutschlands rühmen und genau deswegen stolz darauf sind ein Deutscher zu sein.
Deswegen ist es für den Großteil der Deutschen ein Problem, Nationalstolz zu entwickeln, da es für Deutsche wegen der Beobachter aus dem Ausland sehr schwer ist, den schmalen Grad zwischen gesundem Nationalstolz und rassistischem Rühmen mit der Vergangenheit zu beschreiten.
Ich bin nach wie vor der Überzeugung (wie man auch schon aus anderen Diskussionen heraushören konnte), dass Nationalstolz schwachsinn ist
Was ist denn Nationalstolz eigentlich? Es ist die empfundene emotionale Bindung an die eigene Nation. Das Gefühl zur Nation ist ausschliesslich Positiv (http://de.wikipedia.org/wiki/Nationalgef%C3%BChl).
Warum zum Teufel sollte man eine emotionale Bindung zum "Vaterland" verspüren? Ein Land ist nichts als ein abstraktes Konstrukt, in das der Mensch geboren wird (zumindest hierzulande) und dem er sich unterzuordnen hat. Der Sinn eines Staates ist sicherlich immer ein guter (Lebensqualität der Bevölkerung erhöhen) aber ein Staat ist nichts Natürliches, nichts Eigenes - nichts worauf man einen Grund hätte Stolz zu sein!
Das Zitat von Otto Dann finde ich dazu recht passend:
Otto Dann hat Folgendes geschrieben:
Das charakteristische Merkmal der nationalen Identität ist die Verbundenheit mit einem politischen Territorium, das als Vaterland verstanden wird.
Politisches Territorium. Stolz. Zwei Begriffe die für mich absolut nichts gemein haben! Konsequenterweise müssten wir sowieso kein Nationalgefühl mehr haben sondern einen Wirtschaftsstolz. Wir müssten stolz sein auf die grossen Firmen (Nestle, Phillip Morris,...), die inzwischen die Lebensqualität der Bevölkerung massgeblich beeinflussen. Leider sehe ich, dass das auch ein Stück weit so ist. Oder was hält die Menschen davon ab ihre ganz grossen Firmen die Straftaten anzuhängen, die diese noch heute täglich in Drittweltländern begehen?
Stolz ist ein gutes Gefühl. Man ist stolz auf eine vollbrachte Leistung, auf das Bestehen einer Herausforderung. Man kann auch stolz sein auf einen anderen Menschen oder eine Gruppierung, die etwas erreicht hat, wenn eine "emotionale Bindung" (wo wir wieder beim Anfang wären) zueinander besteht. Aber meiner Meinung nach sollte es eben erst gar keine emotionale Bindung zum Staat geben!
Eine gesunde Identifikation mit den positiven Eigenschaften eines Volkes (wie es ja nicht selten die Grundlage für einen Staat ist) dagegen ist nichts unnatürliches oder schlechtes. Man kann selbstverständlich Tugenden rühmen, auf die (regional) besonders Wert gelegt wird, und man kann diese auch auf eine Bevölkerung übertragen (Gastfreundschaft, gutes Essen, schöne Frauen ). Auch wenn diese Tugenden beim einzelnen Menschen eher als Vorurteile (auch positive Vorurteile sind Vorurteile) in Erscheinung treten kann man als Angehöriger der jeweiligen Gruppe davon schwärmen und sie besonders pflegen (sollte man vielleicht sogar). Und natürlich darf man an einer Fussball WM mit seinem Land mitfiebern. Genaugenommen haben (eine gesunde - also auch teils kritische) Auseinandersetzung/Identifikation mit seinem Land und Nationalstolz also nicht viel miteinander zu tun. Merke: Nationalstolz - schlecht, Identifikation mit einem Land - gut.
So - es ist recht spät und ich habe den Faden verloren
n8
btw. Ich find deinen Artikel gut geschrieben brin
edit: Zum Schluss nochmal Wikipedia
Zitat:
Mitunter wird der Stolz in zwei Formen unterteilt: eine gesunde und ein kranke, d. h. neurotische Form. Neurotischer Stolz ist es, wenn man stolz auf etwas ist, was man nicht selber geschaffen hat, z. B. Stolz, Angehöriger einer bestimmten Nation zu sein. Eine andere neurotische Form ist natürlich auch, Leistungen erbracht zu haben, die gegen die Menschen gerichtet sind, z. B. stolz zu sein, möglichst viele Leute betrogen zu haben. Gesunder Stolz liegt jedoch vor, wenn man etwas für sich (z. B. Ablegen einer Dissertation, Abitur) oder für die Gemeinschaft geleistet hat.
http://de.wikipedia.org/wiki/Stolz _________________ The pain that we cause is the cause of our pain
and it's strange and we're lost to the laws of the game
called cause and effect.
Danke, dass du mich draufhingewiesen hast. Ganz erlich gesagt habe ich nicht geschaut ob es solch ein Thread schon einmal gegebenhat.
Ich konnte aus deinen Post lesen (vielleicht hab ich das auch nur falsch interpretiert ), dass du meinst das man patriotisch sein darf. Aber darf man deiner Meinung nach auf stolz auf sein Land sein, mit seiner kompletten Vergangenheit, auch wenn diese schlecht war? Bzw. sollte man stolz darauf sein?
btw: Willst du mich mit Briny ärgen oder denkst du ich bin vom anderen Ufer und möchte gern so genannt werden.?^^
Danke, dass du mich draufhingewiesen hast. Ganz erlich gesagt habe ich nicht geschaut ob es solch ein Thread schon einmal gegebenhat.
Ich konnte aus deinen Post lesen (vielleicht hab ich das auch nur falsch interpretiert ), dass du meinst das man patriotisch sein darf. Aber darf man deiner Meinung nach auf stolz auf sein Land sein, mit seiner kompletten Vergangenheit, auch wenn diese schlecht war? Bzw. sollte man stolz darauf sein?
klar darf man patriotisch sein, doch wie immer heisst es auch hier: aufpassen! das man nicht zu patriotisch wird. aber in einem gesunden mass sollte es tollerierbar sein die frage nach dem "gesunden mass" ist allerdings sehr relativ, aber da möchte ich nicht näher drauf eingehen..
Zitat:
btw: Willst du mich mit Briny ärgen oder denkst du ich bin vom anderen Ufer und möchte gern so genannt werden.?^^
lol - nein, ich denke nicht das du vom anderen ufer bist.. das liegt an deinem smily, ich bitte dich, wenn du wie ein erwachsener behandelt werden möchtest, dann nimm das smily weg ich hab einfach ein "bild" von jedem von hier, und das smily macht dich einfach noch jünger als du sonst schon bist.. ist nicht persöhnlich gemeint, nur find ich es halt kindisch
lg _________________ When I get angry, Jamell gets upset. And when Jamell gets upset.. people die!!
klar darf man patriotisch sein, doch wie immer heisst es auch hier: aufpassen! das man nicht zu patriotisch wird.
Ist wie mit dem Alkohol. Man darf trinken, sollte aber aufpassen dass man nicht zu viel trinkt. Am besten ist es jedoch gar nicht zu trinken. _________________ The pain that we cause is the cause of our pain
and it's strange and we're lost to the laws of the game
called cause and effect.
Vielleicht ist es aber doch gut, wenigstens etwas zu trinken.
Wenn man wenigstens etwas Stolz auf sein Land ist, dann wäre das doch nur gut für sein Land. Da man, denke ich, wenn man etwas Stolz ist, auch positiver über sein Land denkt und vielleicht auch positiver in die Zukunft blickt. Dadurch wird man dann als Arbeitgeber zum Beispiel mehr Menschen einstellen usw.
@Jamell: Könnten wir das bitte per pm diskutieren .
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